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chassis.tech plus 2020 – Video-Präsentationen

Aufzeichnungen der virtuellen Veranstaltung vom 23. und 24. Juni 2020

Kooperationspartner


Chassis.tech plus 2022


13. Internationales Münchner Fahrwerk-Symposium | Hybrid-Event

05.07.2022 – 06.07.2022 – München oder virtuell via Live-Stream

 

Im Mittelpunkt stehen folgende Themen


chassis.tech plus

  • Optimierung des Fahrwerks für die Herausforderungen bei automatisiertem Fahren, Fahrdynamik und Komfort
  • Kalibrierung der Chassisfunktionen über virtuelle Methoden, Testlösungen und den Fahrversuch

chassis.tech

  • Redundante Fahrwerksysteme, Fahrer und Fahrzeug im Fokus von Entwicklungskonzepten und Security

steering.tech

  • Neue Lenkungen für Steer-by-Wire und digitalen Zwilling

brake.tech

  • Moderne Bremsen im Einklang mit Umweltaspekten und hervorragenden Fahreigenschaften

tire.wheel.tech

  • Effiziente Rad-Reifen-Systeme für reduzierten Reifenabrieb und mehr Reichweite

Keynote-Vorträge

ADAC e.V.

Continental Automotive Technologies GmbH

Ducati Motor Holding s.p.a.

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Robert Bosch GmbH

S&P Global Mobility

Veranstaltungsprogramm 2022 zum Download

Autor: Michael Reichenbach


Tagungsbericht

13. Münchner Fahrwerk-Symposium – chassis.tech plus 2022



Leuchtende Augen: Nach zwei Jahren Coronapause konnte die 13. chassis.tech plus endlich wieder vor Ort stattfinden. Über 300 Teilnehmende genossen es sichtlich in München, dass Gespräche wieder in persona möglich waren. Zusammen mit den 100 virtuell Zuhörenden wurde intensiv über die Trends der Fahrwerksentwicklung diskutiert, vom Softwareeinfluss bis zur Nachhaltigkeit.

Das Fahrwerk-Symposium wurde von ATZlive in Kooperation mit dem TÜV Süd veranstaltet. Insgesamt waren über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 5. und 6. Juli 2022 dabei (vor Ort und virtuell). Zwei Trends ließen sich auf dem Symposium ausmachen, und zwar Software und Nachhaltigkeit. Zum Ersten: „Es geht um Software, Software und Software“, wie es der Wissenschaftliche Leiter am Ende der Veranstaltung treffend zusammenfasste. Prof. Peter E. Pfeffer von der Hochschule München hob vor allem die Weiterentwicklung der Prozesse und die Professionalisierung der Methoden sowie den Einfluss des softwaredefinierten Fahrzeugs hervor, der auch vor dem Chassis nicht haltmache. In der Kette von Entwicklungswerkzeugen werde zudem der Fahrsimulator unterschiedlicher Ausprägung immer wichtiger für eine gute Produktentwicklung, um die Lücke zwischen der computergestützten Simulation und dem realen Fahrversuch zu schließen. Dies alles geschehe nicht aus Selbstzweck, sondern um Kosten zu sparen und Entwicklungszeiten zu verkürzen.

CO2-FUSSABDRUCK ENTLANG DER LIEFERKETTEN REDUZIEREN

Zum Zweiten erhält das Thema „Nachhaltigkeit des Fahrwerks“ immer mehr Aufmerksamkeit. Dazu rief Hans-Jörg Feigel, Continental, am ersten Tag in seiner Keynote das neue Motto „Die Nachhaltigkeitsquote ist die neue Pferdestärke“ aus. Immer mehr OEMs forderten von den Zulieferern substanzielle Aktivitäten, um den CO2-Fußabdruck in ihren Produkten und Unternehmen entlang der Lieferketten zu reduzieren. Für zukünftige Chassissysteme biete die Modularisierung ein großes Potenzial für die Nachhaltigkeit: Die reduzierte Anzahl an Steuergeräten spare Ressourcen ein und verringere den Verkabelungsaufwand. Module könnten wiederverwendet werden. Die Möglichkeit zu Updates garantiere eine längere Lebensdauer des Produkts Automobil. Brake-by-Wire-Systeme seien umweltfreundlicher dank weniger Verluste und da sie ohne Betriebsstoffe auskämen.

Bei der reinen Mechanik und Elektrik erwarte er eher evolutionäre Änderungen, während sich die Revolution durch selbstfahrende Mobile und den Pkw als zweites Zuhause abzeichne. Die Lösung für beides liege in einer neuen Softwarearchitektur, die modular und skalierbar an die jeweilige Anwendung angepasst werden kann, ohne auf Updates per Funk zu verzichten. Hier sei „Software as a Product“ das Schlagwort schlechthin, was „unsere heutigen Geschäftsmodelle stark verändern wird“. So wie damals die Revolution der selbsttragenden Karosserie mit der sicheren Fahrgastzelle beim Pkw Einzug hielt und von den Ingenieuren beherrscht wurde, so offeriere nun das Steer-by-Wire und Brake-by-Wire viele neue Freiheiten bei Packaging, Modularisierung und Anwendungsfall.

NEUE DIMENSIONEN BEI FAHRDYNAMIKREGELUNG UND BREMSSYSTEMEN

Helge Westerfeld, Bosch, zeigte in seiner Keynote auf, dass die Arbeiten zum Thema Fahrdynamikregelung nicht ruhen werden. Ihre Anfänge liegen mit der Entwicklung des Systems ESP durch den Zulieferer Bosch und den Automobilhersteller Daimler im Jahr 1995 zwar weit zurück. Aber aktuell wird sich in der Zusammenarbeit zwischen OEMs und Zulieferern mit der Einführung neuer Assistenzsysteme für das automatisierte Fahren viel ändern müssen. Denn das Thema Koexistenz der Systeme von Level 0 bis 4 bleibt bestehen. Es sei zu unterscheiden zwischen Vehicle Motion Control und dem vom eigenen Haus propagierten Vehicle Motion Management, dass die Fahrdynamikregelung ganzheitlicher abbilde. Bosch öffne somit neue Dimensionen modellbasierter Regelungen und Multi-Aktuator-Integrationen, um ein Mehr an Straßensicherheit, Fahrkomfort und Fahrspaß zu generieren.

Die Marktdurchdringung von Assistenzsystemen für das automatisierte Fahren stellte Patricio Barbale von IHS Markit, mittlerweile eine Tochterfirma von S&P, in den Mittelpunkt seines Plenarvortrags. Dabei spiegelten seine Zahlen etwas Ernüchterung beim Automatisierungstrend wider, weil das andere Trendthema Elektromobilität sehr viel besser hochlaufe: Ging man 2019 noch von einem globalen Absatzanteil an Elektrofahrzeugen von nur 14 % für das Jahr 2031 aus, rechnet man aktuell (2022) mit beachtlichen 41 % Anteil für 2031. Demgegenüber steige der Anteil von Fahrzeugen mit Level-3-Funktion von 2026 auf 2033 bloß von 2 auf 4 % (Europa), von 3 auf 4 % (China) und von 4 auf 7 % (Nordamerika). Speziell für elektrohydraulische Bremssysteme (EHB) sieht Barbale eine bereits gute Marktdurchdringung, 2033 erwartet er einen EHB-Anteil von 60 %. Der nächste Schritt gehe in Richtung elektromechanischer Bremssysteme, für die mit 5 bis 10 % Marktanteil 2033 gerechnet werden könne.

ERNEUTES TREFFEN IM JUNI 2023

Der Termin für die nächste chassis.tech plus wurde im Bayerischen Hof schon bekanntgegeben. Die Fahrwerk-Community wird sich am 20. und 21. Juni 2023 wieder für zahlreiche interessante Vorträge über die Innovationen des Fahrwerksystems treffen – dann hoffentlich auch wieder mit strahlenden Gesichtern.

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